Heilung und Verarbeitung


Wenn alte Traummuster sich verändern, ist das ein gutes Zeichen.

 

In einer Nacht hatte ich einen Traum und der war positiv. Es war nicht mehr der Traum den so lange hatte der immer mal wieder leicht verändert da war - ich wohne mit über 40 noch bei den Eltern und komme da nicht weg. Es gibt Streit, ich muss meine Wäsche  mit er Hand waschen, ich muss arbeiten und nochmals arbeiten, darf nicht tun, was mir Freude macht. So irgendwie war es immer und dann wollte ich weg und merkte - Mist, ich habe ja keine eigene Wohnung und dann, wie alt bin ich?  

Diesmal war es anders. Ich war in dem alten Wohnort, wollte ausgehen und brauchte noch eine Jacke aus der Wohnung der Eltern. Ich bin da einfach hin, ohne Angst, es gab keinen Stress, kein Gezanke- wie sonst in den Träumen. Ich bin einfach rein, Mutter war im Flur, aber mir war es egal, Jacke geschnappt und bin wieder los - einfach so. Es war ganz normal, ganz leicht und ich wußte, ich komme nicht mehr zurück. Ich bin einfach wieder gegangen. Ich bin dann aufgewacht und dachte - WOW!

Mir ist auch Folgendes eingefallen.

Phasen die durchlebt werden auf dem Weg der Heilung:

- Das misshandelte Kind im Kindesalter lebt in Angst, will aber das die Eltern es  lieben und lebt in einer verzerrten Wirklichkeit


- Ab einem gewissen Alter erkennt das Kind normalerweise (bzw. es ist notwendig, das es irgendwann erkennt !!)das etwas nicht richtig läuft, zweifelt aber oft und macht alles mit sich selbst aus


- Mit zunehmendem Alter ist es wichtig, zu erkennen, was falsch lief damit eine Heilung beginnen kann


- Mit anderen über das Erlebte reden, ist der Anfang, es tut gut, man erfährt Trost, Verständnis und beginnt zu erkennen


- Misshandelte Kinder haben auch oft bis ins Erwachsenenalter ein gewisses „Wunschdenken“ wie Familie, Eltern, Partner sein sollten,


- Was aber mit der Realität wenig zu tun hat, da sie lange in einer Welt voller Gegensätze lebten (dadurch auch später oft die falschen Partner – zum Teil wie der Vater ggf. ängstlich, abhängig, feige, vermeidend zum Teil wie die Mutter – ggf. dominant, unzuverlässig, verlogen. Auch da habe ich aufgearbeitet und wähle jetzt besser aus!)


- Realität erkennen im Gegensatz zum Wunschdenken


- Aufarbeiten durch Reden, ggf. Traumatherapie, Fachbücher, Austausch mit anderen Betroffenen

- und ganz wichtig - nach der Trauer kommt die Wut, wenn es Zeit dafür ist - diese Wut zulassen, man darf auf die Eltern wütend sein!

 

- die Wut umsetzen in Veränderung ist positiv - mit mir nicht mehr ! Ich will nie wieder Opfer sein!

 

- sich selbst beweisen, das sie es nicht geschafft haben einen klein zu kriegen, das man lebensuntüchtig, bedürftig, abhängig ist

- Therapeuten die einem einreden man solle vergeben (vergeben ist gut wenn man es kann), und man solle sich versöhnen auf die Eltern zugehen, sie meinten doch alles nur gut. Wer eure Geschichte die destruktiven Muster nicht versteht  - weg gehen, den Therapeuten wechseln


- Konsequenzen ziehen – Reduzieren von dem was nicht gut tut (ggf. Kontakt zu den Eltern minimieren oder ganz abbrechen, minimieren geht meist nicht

 

- also gehen und das ohne Schuldgefühle


- Leben auf der Erwachsenenebene – eigenes Selbstwertgefühl verbessern, stark werden, nichts einafach mehr mit sich machen lassen, übergriffiges Verhalten abwehren bzw. sich diesem entziehen

 

Verantwortung übernehmen für sich und das eigene Leben

- Um irgendwann besser leben zu können, ohne Angst ohne sich zu Verbiegen, nie wieder Opfer sein wollen, Gewinn an Lebensfreude ohne Schuldgefühle

 

- irgendwann sollte man soweit sein, nicht mehr so oft zurück zu blicken, sich nicht mehr bedauern

 

- nach vorne schauen mit dem Ziel glücklich zu sein

 

Jeder braucht so lange wie er braucht. Ein Internetstrang für betroffene "Kinder", ein Buch "Borderline-Mütter und ihre Kinder" von Ann Lawson  , Reden, sich austauschen - haben mir sehr geholfen, das Internet ansich - keine Therapeuten!

 

Zitat aus Ann Lawson´s Buch:

 

"Die größte Macht, die erwachsene Kinder besitzen ist ihre Fähigkeit, weg zu gehen."

 

Weiterführend in meiner Aufarbeitung und Heilung kam das Thema "Partner richtig auswählen". Auch da habe ich klarere Sicht und im Moment bin ich glücklich mit jemandem auf Augenhöhe, der mir gut tut!

 

Irgendwo las ich einmal, die besten Voraussetzungen damit eine Beziehung lange hält sind;

 

- Augenhöhe und das er dir gut tut

- das er sein Leben im Griff hat und mit sich zufrieden ist

- das du ihn begehrst (nur nett reicht einfach nicht)

- ähnliche Lebensziele und einige gemeinsame Interessen

 

 

 

 

Heute sind es die "Baustellen" und "Muster" die ich selbst habe, die klarer werden und wo ich versuche daran zu arbeiten. Menschen, die mich sehr gut kennen und mögen, helfen mir dabei, es aufzudecken und ich kann fragen ob meine Gedanken und empfindungen in Alltagssituationen richtig sind.

 

- klare Grenzen setzen

- nein sagen

- aus Situationen raus gehen, die übel sind, wenn Energiezieher oder toxische Personen einen bedrängen, falsche Dinge behaupten, dich benutzen wollen - einfach gehen

 

- weniger Grübeln,  sich seiner Aussagen und Gefühle sicherer werden

 

Dazu stehen, wer ich bin, was ich sage, dass ich es nicht jedem Recht machen kann und muss und das ich auch gut damit klar komme, wenn jemand sauer auf mich ist. Ich muss nicht perfekt sein, ich darf Fehler machen. -nicht jeder muss mich mögen. Ich verbiege mich nicht mehr.

 

Es geht voran und es ist spannend sich selbst so zu entdecken und zu verstehen, warum man so tickt und was man selbst noch ändern möchte.

 

Man kann jeden Moment seines Lebens neue Entscheidungen treffen, sein Leben konsequent ändern. Der Wille ist der Schlüssel und das man sich von allem trennt, was einem nicht gut tut.

 

Alles Gute auf DEINEM Weg! :-)